Duisburger SPD-Landtagsabgeordnete: „Einsatz der SPD für kultursensible Altenpflege von Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte trägt endlich Früchte“

Duisburger SPD-Landtagsabgeordnete: „Einsatz der SPD für kultursensible Altenpflege von Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte trägt endlich Früchte“

4. September 2020 Duisburg 0

Die erste Generation der Migrantinnen und Migranten hat unter erschwerten Bedingungen einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft geleistet. Aufgrund ihrer Lebensbiografie sind sie spezifischen Belastungen ausgesetzt, die im Alter akuter werden. Das kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel schwierige Wohnverhältnisse und Altersarmut aufgrund ihrer ehemaligen Beschäftigungsverhältnisse unter Tage oder in Akkordarbeit. Auch psychische Schwierigkeiten, die sich im Zuge der Migration oder durch Generationenkonflikte, Diskriminierungserfahrungen und Einsamkeit entwickelt haben, können für Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte ein großes Problem im Alter sein.

Die SPD-Fraktion im Landtag NRW hat das Thema schon vor knapp zwei Jahren auf die Agenda gesetzt und bereits im Dezember 2018 die Förderung einer kultursensiblen Altenhilfe und Altenpflege eingefordert. Nun ist die Landesregierung unseren Forderungen endlich gefolgt und hat dazu ein Modellprojekt gestartet. 22 Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben nun die Möglichkeit, sich für das Förderprogramm „Guter Lebensabend NRW“ zu bewerben.

Die Duisburger Landtagsabgeordneten Sarah Philipp, Rainer Bischoff, Frank Börner und Ralf Jäger freuen sich über diesen integrationspolitischen Erfolg der SPD: 

„Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte benötigen die gleiche Aufmerksamkeit und Achtung in ihrem Lebensabend wie Seniorinnen und Senioren ohne Einwanderungsgeschichte. Es ist ein Gebot der Wertschätzung und des Respekts gegenüber ihrer Lebensleistung, dass wir uns als Gemeinschaft für eine kultursensible Altenpflege einsetzen. Wir freuen uns sehr darüber, dass der SPD-Vorstoß dazu nun auf Landesebene Früchte trägt.“

Interessierte Kommunen können bis zum 16. Oktober 2020 ihr Interesse bekunden, an dem Modellprojekt teilzunehmen. Für das Programm stehen allein in diesem Jahr bis zu drei Millionen Euro zur Verfügung. Die ausgewählten Modellkommunen sollen in den kommenden zweieinhalb Jahren Erfahrungen sammeln, wie den spezifischen Bedürfnissen von Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte bei der Altenhilfe und Altenpflege Rechnung getragen werden kann. Besonders für Duisburg, als Stadt mit viel Erfahrung im Bereich der Integration, bietet dieses Förderprogramm enorme Möglichkeiten.

Nach aktuellen Angaben leben 520.000 Menschen mit Einwanderungsgeschichte in NRW, die älter sind als 65 Jahre. Die meisten gehören zur sogenannten ersten Generation von Migrantinnen und Migranten, die im Rahmen von Anwerbeabkommen ab 1955 nach NRW gekommen sind und den wirtschaftlichen Aufschwung mitgetragen haben.